Beste Reisezeit

Nunavut

Allgemeine Informationen, Reisezeit und Klima

Nunavut ist mit seinen 2 Millionen km² Fläche das größte Territorium Kanadas, hat aber nur knapp 40.000 Einwohner und gilt damit als das am wenigsten besiedelte Gebiet Kanadas. Theoretisch kommen hier durchschnittlich 0.02 Einwohner auf einen Quadratkilometer.

Das Territorium ist riesig. Deshalb variiert das Wetter von Region zu Region sehr.

Nunavut Kanada Karte

Die Arktis ist im Durchschnitt viel kälter als die meisten bevölkerungsreichen Regionen der Welt. In den südlicheren kontinentalen Gebieten herrscht ein sehr kaltes subarktisches Klima.

Kanada Durchschnittstemperatur und Niederschlag

Nunavut gilt als die kälteste Region Kanadas. Während nahezu acht Monaten pro Jahr herrscht in der Arktis Kaltluft aus dem Nordmeer vor. Doch auch in den übrigen Monaten ist überall mit plötzlichem Temperatursturz und zusätzlich auftretenden auskühlenden Winden zu rechnen.

Iqualuit, Nunavut, Kanada

Iqaluit (früherer Name – Frobisher Bay), die Hauptstadt von Nunavut, befindet sich an der Ostküste von Baffin Island, eine der größten Inseln der Welt. Das etwa 8000 Einwohner zählende Iqualuit ist Regierungssitz und ein wichtiges Verkehrszentrum des Territoriums. Iqaluit, Nunavut. | Bild: © Jef King / AdobeStock

März und April sind eine gute Zeit für arktische Wintererlebnisse, wie z.B. eine Fahrt mit dem Snowmobil oder dem Hundeschlitten über die noch zugefrorene Tundra oder den Arktischen Ozean.

Mai und Juni gelten vielerorts als Nebensaison, ist aber eine beliebte Zeit für sogenannte Schollenrand Arktis Safaris zur Beobachtung von Narwalen, Belugas und Eisbären.

Während der Eisschmelze Ende Juni bis Mitte Juli können einige Gegenden nicht zugänglich sein.

Eine sehr beliebte Reisezeit ist aufgrund der vergleichsweise wärmeren Temperaturen Juli bis August. Wanderungen in der Tundra sind dann besonders zu empfehlen. Die Tage sind lang, es ist meist sonnig, die Wildblumen blühen – es ist aber leider auch eine Zeit der Mückenplage!

Auch im September nutzen naturbegeisterte Wanderer, Kajaker und Camper die zu dieser Zeit noch zugänglichen Nationalparks und genießen die besonders schöne Farbenpracht der Tundra-Vegetation. Danach wird es jedoch langsam kälter und dunkler, aber es steigen auch später im Jahr die Chancen wieder zusehends, die berühmten Nordlichter zu sehen.

Im Winter sollten Besucher auf äußerst kalte Temperaturen und kurze Tage vorbereitet sein. Es ist dunkel und eiskalt, aber die Nordlichter zeigen sich in dieser Zeit besonders gern.

Die kalten Wintermonate ab November sind wegen des harschen Klimas nicht zu empfehlen!

Sirmilik National Park, Nunavut, Kanada

Das Naturabenteuer einer Floe Edge Arctic Safari im Juni im Sirmilik National Park. Sirmilik bedeutet “Ort der Gletscher” in der Landessprache Inuktitut. An der Nordspitze von Baffin Island und somit nahe der berühmten Northwest Passage gelegen, ist Sirmilik Teil der sogenannten “High Arctic Experience”. Sirmilik National Park, Nunavut. | Bild: © Colin / AdobeStock

85 Prozent der Bevölkerung sind Inuit. Daher ist der Name des Territoriums besonders passend: Nunavut bedeutet “Unser Land” in der Landessprache Inuktitut.

Die Inuit haben eine ganz eigene Verbindung zum Land – ein traditionelles Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde. So sagt man hier, dass Nunavut eigentlich fünf Jahreszeiten erlebt.

Die fünf Jahreszeiten in Nunavut entsprechen dem Wachstum der Tier- und Pflanzenwelt, mit der die Inuit das Land teilen. Jede Region in Nunavut hat ihren ganz eigenen saisonalen Kalender.

Ein entscheidendes Verständnis und Wissen dafür, was wann wächst und welche Wildtiere von Monat zu Monat im Überfluss vorhanden sind, wird bei den Inuit seit Generationen gepflegt und an den Nachwuchs weitergegeben.

Baffin Island, Nunavut

Baffin Island ist mit seinen 507 000 km² die größte Insel Kanadas und fünftgrößte Insel der Erde. Der 2147m hohe Mount Odin im Auyuittuq National Park ist der höchste Berg der Insel. Baffin Island Mountains, Nunavut. | Bild: © Max Forgues / Shutterstock

Das Wetter und die Temperaturen in Nunavut sind also je nach Jahreszeit und Aufenthaltsort sehr unterschiedlich. Die Durchschnittstemperatur in Kugluktuk ist die wärmste in Nunavut. Im Sommer kann das Thermometer schon einmal unglaubliche 30°C erreichen und im Winter auf -15°C bis -40°C absinken.

Die Winter können sehr hart sein. Während der langen Polarnacht bilden sich in der arktischen Region extrem niedrige Temperaturen aus, nicht selten um −50°C. Die durchschnittlichen Januartemperaturen liegen in Nunavut unter −20°C.

Die kälteste Gemeinde in Nunavut ist Grise Fiord, wo die Sommertemperaturen nur manchmal über den Gefrierpunkt auf 5°C steigen und die Wintertemperaturen häufig auf -50°C fallen. Pond Inlet hat im Winter eine Durchschnittstemperatur von -32°C und Iqualuit -27°C.

Das Schiffswrack der “Maud”, benannt nach Königin Maud von Norwegen, war nahezu 100 Jahre eine Landmarke in Cambridge Bay. Es war das Schiff, mit dem Roald Amundsen 1918 auf seine zweite Arktis Expedition ging. Jedoch verlief die Reise nicht wie geplant, sodass er die “Maud” aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an die Hudson Bay Company verkaufte. Diese nutzte es zeitweise als schwimmendes Warenlager, bevor es 1930 sank. 2017/2018 wurde das Wrack nach jahrelanger Planung in einer spektakulären Aktion zurück nach Norwegen geholt. Cambridge Bay, Nunavut. | Bild: © Sophia Granchinho / Shutterstock

Windchill

Zu den niedrigen Temperaturen kommen häufig starke Winde hinzu. Dadurch wird die Körperwärme bei Menschen und Tieren viel rascher abgeleitet. Man bezeichnet diese durch Wind verursachte, einer viel tieferen als der gemessenen Temperatur entsprechende Kältewirkung als Windchill.

−12°C und eine Windgeschwindigkeit von 40km/h wirken sich beispielsweise wie eine Temperatur von −34°C aus und können daher zu schweren Erfrierungen führen.

Sam Ford Fjord, Nunavut

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten nach Nunavut zu gelangen: mit dem Flugzeug oder dem Schiff. Reisen auf Expeditionsschiffen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sam Ford Fjord, Baffin Island, Nunavut. | Bild: © Tetyana Dotsenko / Shutterstock

Die Frühlingstemperaturen sind im gesamten Gebiet gleichmäßiger, mit durchschnittlichen Tageshöchstwerten zwischen -20°C und -10°C. Die kühlen Frühlingstage in Nunavut haben viel Sonnenschein.

Von Ende März bis Ende Mai kann das von Schnee und Eis reflektierte Sonnenlicht einen schweren Sonnenbrand verursachen. Daher ist die Verwendung von Sonnenschutzlotion ratsam, auch wenn es sich kalt anfühlt.

In der Übergangszeit von April bis Mitte Juni nimmt zwar die Sonneneinstrahlung zu, jedoch werden bis zu 80% der Strahlen vom Schnee reflektiert und gehen der Umsetzung in Wärme verloren. Erst nach der Schneeschmelze oder der Kälteverdunstung des Schnees erhöht sich die Wärmeaufnahmefähigkeit des Bodens.

Pond Inlet, Nunavut

Die arktische Inuit Gemeinde Pond Inlet in der Qikiqtaaluk Region von Nunavut gilt neben Arctic Bay als eines der beiden Eingangstore zum Sirmilik Nationalpark, einer der bekanntesten Nationalparks Nunavuts. Am Flugplatz von Pond Inlet kommen u.a. Flüge via Iqaluit aus Montreal, Ottawa und Yellowknife an. Pond Inlet im August 2019 | Bild: © Tetyana Dotsenko / Shutterstock

In der kurzen Sommerperiode von Mitte Juni bis August erreichen so die Bodentemperaturen den positiven Bereich. Durchschnittliche Julitemperaturen von +10 °C werden allerdings nur im Südteil Nunavuts überschritten.

Die Niederschlagsmengen sind in Nunavut außerordentlich gering. Nördlich des Polarkreises in der hohen Arktis fallen im Jahr nur 200mm oder sogar weniger Niederschlag. Deshalb bezeichnet man diese Region auch als „Polarwüste“.

In den übrigen Teilen Nunavuts werden 400mm kaum überschritten. Ausnahme ist die Gegend um Iqaluit auf der Baffin-Insel, die etwa 600mm im Jahr erreicht.

In der Region um Kivalliq werden im Winter ca. 750mm, in Teilen der Baffin-Insel jedoch bis zu 2000mm Schneehöhe gemessen.

Trotz der geringen Niederschlagsmengen befinden sich auf dem Gebiet von Nunavut und der Nordwest-Territorien rund neun Prozent der Süßwasservorräte der Erde.

Inuksuk Rankin Inlet Nunavut

Schneebedecktes Inuksuk (oder auch Inukshuk) auf einem Hügel nahe der Gemeinde Rankin Inlet. Die traditionelle Bedeutung dieser Steinmännchen ist: “Jemand war hier” oder “Du bist auf dem richtigen Weg”. Inukshuks wurden höchstwahrscheinlich zur Navigation, als Orientierungspunkt, als Markierung oder Richtungsweiser für Jagdgründe, als Nahrungsverstecke oder als eine Kombination dieser genutzt. Heutzutage gelten sie in ganz Kanada als typisches Symbol der Inuit Kultur. Ein Inuksuk diente auch als Logo für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver und Whistler. Dieses 2005 entworfene Logo trägt den Namen Ilaanaq, das Inuktuk Wort für “Freund”. Rankin Inlet, Nunavut | Bild: © Sophia Granchinho / Shutterstock

Im Winter sollten Besucher Nunavuts auf sehr kurze Tage vorbereitet sein. In Iqaluit, der Hauptstadt Nunavuts, geht die Sonne am kürzesten Tag des Jahres innerhalb von vier Stunden auf und unter.

Je weiter Sie nach Norden gehen, desto kürzer werden die Wintertage. Gemeinden nördlich des Polarkreises sehen die Sonne für längere Zeit überhaupt nicht, obwohl der Himmel am südlichen Horizont am Mittag möglicherweise etwas heller wird.

Iqaluit, Nunavut

Ein Stoppzeichen in der Hauptstadt Nunavuts in drei Landessprachen: Inuktitut, English und Französisch. Des weiteren werden in Nunavut Inuinnaqtun und weitere verschiedene Inuit Dialekte gesprochen. Iqaluit | Bild: © Carson Baker / Shutterstock

Umgekehrt scheint zur Sommersonnenwende die Sonne in Iqaluit für 21 Stunden, mit einigen Stunden Dämmerung gegen Mitternacht. Je weiter Sie nach Norden über den Polarkreis fahren, desto mehr Tage haben 24 Stunden Sonnenschein. Die Mitternachtssonne scheint dann hell über Nunavut. Je nach Gemeinde geht die Sonne bis zu vier Monate im Jahr nie vollständig unter dem Horizont unter.

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