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Das Kindermädchen: Mission Kanada in einer acht Millionen Dollar Residenz?

Dienstag, 02.02.2021

von Ella Andersen

Dienstag, 02.02.2021

von Ella Andersen

Henni auf dem weg nach Vancouver Island

Eindringlich ertönt das Schiffshorn der Fähre. Die weiß-rote Kanada Flagge flattert stolz im Wind. Warme Sonnenstrahlen, eine frische Brise und der Geruch des Meeres verheißen Vorfreude auf den Pazifischen Nordwesten. Unser Ziel für die nächsten Tage ist der Süden von Vancouver Island.

Wie auch Henni, die von Schauspielerin Saskia Vester brillant verkörperte Hauptfigur des ARD Degeto Spielfilms „Das Kindermädchen: Mission Kanada“, sind wir auf dem Weg nach Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia. Eine anderthalbstündige Überfahrt bringt uns vom Fährhafen Tsawwassen, in der Nähe Vancouvers, nach Swartz Bay auf Vancouver Island.

Während die faszinierende Inselwelt an uns vorüberzieht, halten wir Ausschau nach der Pazifischen Tierwelt. Mit etwas Glück sehen wir Weißkopfadler, Robben und vielleicht sogar Wale. Die Schiffsfahrt fühlt sich bereits an wie ein Mini Urlaub!

Ferry British Columbia Canada

Fähre zwischen dem Festland und Vancouver Island. | Bild: ©Tourism BC

Wenn man wie Henni im Film ohne fahrbaren Untersatz unterwegs ist und direkt von der Fähre abgeholt wird, braucht man nur ein Ticket für die Überfahrt für knapp 20 Kanadische Dollar. Hätte sie ein Auto mit auf die Fähre gebracht, hätte dies zusätzlich ca. 60 Dollar gekostet. Aber das nur nebenbei.

Für die fiktive Familie Hunter, für die Henni im Film als Premium Kindermädchen angeheuert hat, spielt Geld natürlich keine Rolle. Sie haben ein seit mehreren Generationen bestehendes Familien Business, leben im teuersten Anwesen der ganzen Gegend und gehören als Fortwirtschaftsmagnaten zur High Society der Insel. Dafür hat man andere Probleme, familiärer Art, wie Henni bald herausfinden wird.

Die freundliche Begrüßung durch Auftraggeberin Pia ist echt kanadisch: herzlich, warm und offen. Leider bleibt Pia erst einmal die Einzige, die wirklich kanadische Freundlichkeit ausstrahlt. Wie sich bald im weiteren Verlauf zeigt, ist das generelle Portrait der Kanadier im Film unglücklicherweise eher uncharakteristisch.

Man braucht sich nun wirklich keine Gedanken zu machen, in einem Land, das auf der ganzen Welt für seine Freundlichkeit und Höflichkeit bekannt ist, auf so versnobte, unnahbare und unfreundliche Menschen wie hier im Film zu stoßen. Hier in Kanada gibt sich in der Regel selbst die monetäre Elite, also die Super Reichen, bodenständig und „low key“. Aber was tut man nicht alles, wenn es der Handlung zuträglich ist; da wird schon einmal der Way of Life einer ganzen Nation auf den Kopf gestellt.

Empress Hotel Victoria, Vancouver Island, Kanada

Greater Victorias traumhafte Küste. BC | Bild: ©Edgar Bullon

Würden wir auf direktem Weg vom Fährhafen in Swartz Bay zum Anwesen der Familie Hunter fahren, bräuchte man etwa 20 Minuten. Aber auch Pia fährt zunächst mit Henni in die Innenstadt von Victoria. Um auf dem landschaftlich reizvollsten Weg nach Victoria zu gelangen, nehmen wir die Route, die am Universitätsgelände vorbeiführt und uns schließlich zu einer Küstenstraße bringt, die ihresgleichen sucht.

Hier findet man auch den Parkplatz am Trafalgar Park, auf dem sich Christopher Hunter und seine Ex-Frau einen Schlagabtausch wegen der gemeinsamen Tochter Bristol liefern. Normalerweise wird an diesem Platz eher wenig gestritten, denn hier genießen Besucher wie auch Einheimische die traumhafte Küstenlandschaft, die tolle Fotomotive bietet.

Entlang viktorianischer Häuser und traumhafter Strände mit atemberaubenden Ausblicken auf die Berge der bereits in den USA gelegenen Olympischen Halbinsel, erreichen wir die legendäre Mile Zero. Ganz unscheinbar steht das viel fotografierte Denkmal, welches darauf hinweist, dass hier der fast 8000 km lange Trans Canada Highway beginnt oder endet. Das Pendant dazu findet man in St. John’s in Neufundland an der Atlantikküste.

Empress Hotel Victoria, Vancouver Island, Kanada

Victorias pittoresker Inner Harbour mit Fairmont Empress Hotel (links) und Parlamentsgebäude (rechts). | Bild: ©Peter Wolf

In wenigen Minuten erreichen wir von hier das Zentrum von Victoria, der wohl britischsten Stadt in ganz Kanada. Man hat das Gefühl, jeden Moment kommt die Queen um die Ecke; aber die erleben wir später in Form der gnädigen Frau Hunter, würdevoll und „spot on“ gespielt von Gaby Dohm.

Der pittoreske innere Hafen samt Parlamentsgebäude, BC Museum, unzähliger Blumenampeln, Pferdekutschen und dem berühmten Empress Hotel, in dem man für stolze 85 Dollar eine typische High Tea Zeremonie erleben kann, bietet einen herzallerliebsten Anblick, oder „just lovely“ wie man hier sagt.

Walbeobachtungsboote, Zodiacs, Wasserflugzeuge und Segelboote im Hafen schaffen ein maritimes Flair. Ein charmantes Wassertaxi bringt uns in nur wenigen Minuten zu Fisherman’s Wharf, einem echten Erlebnis für die Sinne. Quirliges Treiben zwischen bunten Hausbooten, das Geschrei der Möwen und Seehunde, der einladende Duft von Fish & Chips. Perfektes Ambiente für eine kleine Mittagspause. Muschelsuppe, Austern, frittierter Fisch und Pommes Frites – ein Fest für jeden Seafood Liebhaber!

Empress Hotel Victoria, Vancouver Island, Kanada

Quirliges Treiben bei Fisherman’s Wharf. Victoria | Bild: ©Destination BC

Der Nachmittag gilt der weiteren Erkundung Victorias; wir lassen uns treiben zwischen malerischen Plätzen und pulsierenden Einkaufsstraßen. Oh, das ist ja die Johnson Street, in der die zukünftige Braut Pia im Film ihr Hochzeitskleid probiert und Teenager Bristol zum ersten Mal auf ihr Kindermädchen Henni trifft.

Jetzt besuchen wir noch die berühmt berüchtigte Fan Tan Alley in China Town, übrigens das Zweitälteste nach San Francisco in Nordamerika. Beim Bummel durch diese engste Gasse Kanadas fühlen wir uns in die Zeit des Goldrausches und Opiumhandels der frühen Jahre Victorias zurückversetzt. Wenn diese Pflastersteine reden könnten!

Eingangstor zum ältesten Chinatown in Kanada. Victoria, BC | Bild: ©Peter Wolf

Nun ist es aber endlich an der Zeit, das Anwesen der offensichtlich steinreichen oder besser gesagt “holzreichen” Familie Hunter einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier führen mehrere Straßen von Victoria aus zum Ziel.

Wir entscheiden uns für Highway 17a und machen eine kurze Kaffeepause im Mosi Bakery Cafe & Gelateria, dort wo Pia – bei einem gemeinsamen, aus Monster Burger mit Pommes bestehenden, zweiten Frühstück – Henni etwas mehr über sich erzählt und anschließend auf ihren Erpresser trifft.

Nur eine knappe Viertelstunde vom Cafe entfernt liegt das spektakuläre Estate der Filmfamilie an der Willis Point Road. Neun Schlafzimmer, zehn Badezimmer, ein Familienzimmer mit Kamin und opulentem Wohnzimmer, ein solar beheizter Infinity Pool, eine 600 Quadratmeter große Garage samt Werkstatt und Wohnmobil Stellplatz, 10 Patios, ein Hot Tub für 12 Personen, eine Outdoor Feuerstelle und Pizzaofen mit nahegelegener Küche, mit deren Kapazität man eine kleine Armee verköstigen könnte; UND natürlich nicht zu vergessen: ein Helikopterlandeplatz, um die imaginäre High Society der Insel einfliegen zu können.

Empress Hotel Victoria, Vancouver Island, Kanada

Drehort des ARD Degeto Spielfilms “Das Kindermädchen: Mission Kanada”. Victoria/Saanich | Bild: ©MLS

Für läppische 8 Millionen Kanadische Dollar ist dieses 2012 gebaute Prachtstück derzeit bei Sotheby‘s zu haben. Das ist ein wirkliches Schnäppchen, denn 2015 hätte man dafür noch 11.5 Mio. hinblättern müssen. Dieser Preisrückgang reflektiert jedoch keinesfalls die reale Immobilienpreisentwicklung in den urbanen Ballungszentren an der Westküste Kanadas. In der nahegelegenen Metropole Vancouver sind die Häuserpreise in den letzten 6 Jahren um etwa 50% gestiegen. Der durchschnittliche Preis für ein Einfamilienhaus im Raum Vancouver liegt derzeit bei – für viele unerschwinglichen – 1,5 Mio. Dollar. Der Weg zum Traum von einem Leben in Kanada ist in der letzten Dekade definitiv steiniger geworden.

Aber jetzt zurück zum Hunter-Anwesen. Sind 8 Millionen auf einen Schlag zu viel? Kein Problem, hier ist man an Kredit gewöhnt. Mit einer Anzahlung von 1,6 Mio. und einer Hypothek auf 25 Jahre mit überschaubaren monatlichen Zahlungen von 26 Tausend Dollar ist man im Geschäft. Eines sei vielleicht noch erwähnt, die jährlichen Grundsteuern belaufen sich auf stolze 45 Tausend Dollar. Manche kanadische Familie hat dies nicht als Jahreseinkommen!

Es ist also absolut bewundernswert, was das Holz Imperium der Filmfamilie erwirtschaftet haben muss, um sich diesen extravaganten Lebensstil samt Personal zu leisten. Trotzdem, oder vielleicht deshalb, checkt der Boss die Lieferung für den Montrealer Großauftrag noch selbst und scheint auch sonst ungewöhnlich viel in die täglichen Day-to-Day Operations eingebunden zu sein. Kein Wunder, dass neben so viel Arbeit und den Hochzeitsvorbereitungen wenig Zeit für Tochter Bristol bleibt. Nur gut, dass jetzt die Henni da ist.

Empress Hotel Victoria, Vancouver Island, Kanada

“The 8 Million Dollar View” des Anwesens der Filmfamilie Hunter. Victoria/Saanich, BC | Bild: ©MLS

Henni macht bei der Fahrt durch eine waldreiche Gegend eine Aussage, über die man einfach schmunzeln muss. „So habe ich mir Kanada immer vorgestellt“, bekundet sie voller Inbrunst. Das Eigentümliche daran ist, dass die typische Vorstellung der Europäer von Kanada eigentlich die schneebedeckten Berge, Gletscher, Seen und Wälder der kanadischen Rockies sind.

Die kanadische Westküste und Vancouver Island, so landschaftlich reizvoll sie auch sind, lernen die meisten Besucher erst kennen und lieben, wenn sie wirklich die Vielfalt des Landes vor Ort erleben. Aber mit einem hat die Henni recht: viel Wald gibt es auch auf Vancouver Island, falls Familie Hunter noch etwas davon übrig lässt.

Es ist ein wenig schade, dass Henni bei ihrem Kanada Abenteuer die nur wenige Minuten vom Familienanwesen gelegenen berühmten Butchart Gardens nicht kennengelernt hat. Als eine der Top Attraktionen auf Vancouver Island ist diese einzigartige Gartenanlage nicht nur für Blumenliebhaber ein ganz besonderes Highlight.

“Liebe Henni! Falls Du nach Deinen vielen Missionen als Premium Kindermädchen einmal Urlaub brauchst, komm doch noch einmal zurück nach Kanada. Wir zeigen Dir gern und auf ganz authentisch kanadische Weise, wofür Du beim letzten Mal keine Zeit hattest. Es gibt hier noch so viel mehr Kanada zu entdecken!
Natürlich kannst Du auch den Herrn Loibinger mitbringen.”

Eine kleine Tour durch das Anwesen

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Last Updated: 27.04.2021Categories: People & StoriesSchlagworte: , , , ,

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